Viele PCs nehmen wir gar nicht wahr, weil sie in Schränken oder Kiosken verbaut sind. Diese kleinen Boxen haben ihre eigenen Probleme – und Lösungen.
Bei PCs denkt man zunächst an Workstations, Desktops, Laptops und vielleicht noch an ein Tablet. Doch es gibt noch einen weiteren Formfaktor, der weniger bekannt ist, weil er sich sehr gut versteckt: Embedded-Systems. Ob an der Edge in der Fertigung, als IoT-System im Rahmen von Smart Factory, als Signage-Player im Handel, als interaktiver Auskunftskiosk oder für die Sicherheitsüberwachung an Bahnhöfen, Flughäfen und im Sport – überall kommen PCs zum Einsatz, die nicht dem normalen Formfaktoren entsprechen. Diese Embedded-Systems sind eine kompakte Box und immer Teil einer größeren Einrichtung, beispielsweise einer Maschine, einem Kontrollschrank oder im Standfuß eines großen Displays. Für die Implementierung solcher Systeme gelten wesentlich höhere Anforderungen als für „normale“ PCs. Das betrifft neben der größeren Temperatur-, Vibrations- und Staubtoleranz vor allem die Betriebssicherheit, die Fernwartungsmöglichkeiten und das gesamte Systemmonitoring. Dabei darf die PC-Leistung nicht beeinträchtigt werden. Gerade bei den Display-Anlagen sind 4K-und 8K-Auflösungen heute Standard. Technische Probleme oder Qualitätsmängel können hier zu einem unterdurchschnittlichen Kundenerlebnis führen und die Markenwahrnehmung negativ beeinflussen. In stark frequentierten Bereichen wie Flughäfen oder Einkaufszentren ist die Gewährleistung eines nahtlosen visuellen Erlebnisses auf mehreren Displays unerlässlich. Auch hier kann eine Störung der Synchronisierung oder der Bildqualität das Kundenerlebnis beeinträchtigen und die Wirksamkeit der Nachrichtenübermittlung deutlich verringern.

KI erobert auch die kleinen Boxen
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, basieren viele Embedded-Systems auf Intel®-Prozessoren. Ein Beispiel dafür ist der VisualEdge-Computer NDiS B561/561-PoE von Nexcom. Er arbeitet mit einem Intel® Core™ Prozessor der 12. Generation und dem integrierten Grafikcontroller des Chipsatzes der Intel 600-Serie. Sein Displayausgang unterstützt 8K@60 Hz und über zwei Power-over-Ethernet (PoE) Anschlüsse erfolgt die Stromversorgung. Ein weiteres Beispiel ist das System DS-086 von Advantech, das eine KI-Engine enthält und auf einem Intel Core Ultra Prozessor mit 10 TOPS basiert. Die KI-Software dient dazu, das Kundenverhalten in Echtzeit vorherzusagen und die Ergebnisse daran anzupassen. Diese Prognosen basieren auf dem Fußgängerverkehr, dem Wetter oder der Tageszeit.
Remote-Kontrolle: Das Herzstück der Geräte-Administration
Bei den meisten Embedded-Systems nimmt die Intel vPro® Plattform eine zentrale Rolle ein. Sie stellt sicher, dass die Displays rund um die Uhr konsistent betriebsbereit sind, und sie ermöglicht es, dass 90 Prozent der üblichen Probleme, wie Bildschirmausfälle oder Netzwerkstörungen remote gelöst werden können. Einen wesentlichen Anteil daran hat die Intel Active Management Technologie (AMT). Damit können die Supportmitarbeiter jederzeit remote auf jedes System zugreifen, sofern eine Internet-Verbindung besteht. Dazu muss das System noch nicht einmal eingeschaltet sein, denn da AMT eine hardwarebasierte Lösung ist, die einen Zugang unterhalb der Betriebssystemebene herstellt, ist auch das Einschalten remote möglich (Out-of-Band). Über AMT lassen sich auch Änderungen am BIOS vornehmen oder das System neu booten. Sogar das Einspielen von Updates und Patches kann auf diese Weise in den Nachtstunden oder am Wochenende erfolgen, wenn das System nicht benötigt wird. In schwierigen Fällen ist es sogar möglich, ein gespeichertes Image aus dem Rechenzentrum auf das Remote-Gerät zu übertragen und es auf diese Weise wieder funktionsfähig zu machen.
Embedded-KI an der Edge
In der Fertigung kommen zunehmend Embedded-Systems an der Edge zum Einsatz. Hierzu hat Intel im vergangenen Februar eine Edge Plattform vorgestellt, mit der KI-Anwendungen an der Edge entwickelt und betrieben werden können. „An der Edge wird die digitale Transformation durch KI weiter vorangetrieben. Wir können eine komplette Edge-native Plattform bereitstellen, um die Infrastruktur, die Anwendungen und die effiziente KI-Bereitstellungen in großem Maßstab zu ermöglichen“, sagte Pallavi Mahajan, Intel Corporate Vice President und General Manager von Network and Edge, anlässlich der Vorstellung auf dem MWC. Bei diesen Systemen laufen die KI-Anwendungen am besten auf Basis der neuen KI-PC-Architektur, also mit Intel Core Ultra 200 Prozessoren. Sie benötigen bis zu 50 Prozent weniger Strom als die Vorgängersysteme und leisten bis zu 120 TOPS (Tera-Operationen pro Sekunde). Das liegt unter anderem an der vierten NPU-Generation, die bis zu viermal leistungsstärker ist als die vorherige Generation. Auch an der Edge kommen zunehmend Systeme mit vPro zum Einsatz, da sich diese Geräte zumeist fernab der IT-Administratoren befinden oder sogar Teil des neuen Trends der bedienerlosen Lights-Out-Factory sind.
Fazit
Die Hersteller von Embedded-Systems setzen im großen Stil auf KI, auf die neuen Intel-Prozessoren und auf vPro, um das Leistungsspektrum der Geräte zu erhöhen, sowie die Betriebssicherheit, die Fernwartung und die Administration zu optimieren. Vor allem AMT mit seinem Out-of-Band-Feature ist hier besonders wichtige, denn es erlaubt das Ein- und Ausschalten des Gerätes unabhängig vom physischen Standort.
